Daniel Hitz, 09.06.2010
Respekt
Editorial Stadtturnerausgabe 6+7/2010
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«Ist sich der Vorstand bewusst, welche Arbeit er sich damit aufbürdet?» – An der Vereinsversammlung der Handballer vom 17. Mai 2010 wurde zurückgeschaut und die Weichen für die neue Saison gestellt. |
Was sich im Rückblick wie ein Märchen liest, ist tatsächlich wahr geworden: die Handballer sind mit allen Aktivteams gleichzeitig aufgestiegen und damit so erfolgreich wie nie zuvor, die Vereinskasse weist einen sensationellen Überschuss aus; die Junioren sind in allen Altersklassen zahlreich vertreten und werden gut geführt.
Soweit so gut. Doch die Erfolgsserie zeigt auch die Schwächen unseres Vereins: längst nicht alle, die zwar zum Erfolg beigetragen haben, sind bereit und willens, den eingeschlagenen Weg auch konsequent weiterzugehen.
Das ist kein Vorwurf, sondern lediglich eine Feststellung, die sich aus den unterschiedlichen Beweggründen für eine Mitgliedschaft in unserem Verein ergibt. Die Erfolgskurve zeigt nach oben und plötzlich braucht es noch mehr ausgebildete Zeitnehmer, zusätzliche Schiedsrichter und Helfereinsätze, um die gestiegenen Ansprüche zu befriedigen.
Die erfreuliche Tatsache, dass drei Teams aufgestiegen sind, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass etliche Spieler den Anforderungen der höheren Liga nicht oder nur knapp genügen. Das Spielerreservoir ist nicht allzu gross; verständlich, dass das Fanionteam gezielt mit Neuzugängen verstärkt wird. Die zweite Mannschaft - bisher eher gemächlich trainierend - wird plötzlich in der höchsten regionalen Liga zum Sprungbrett ins Fanionteam.
Die dritte Mannschaft hat den frei gewordenen Aufstiegsplatz nur angenommen, weil die Vereinsleitung davon ausgegangen ist, genügend Spieler für ein 3.-Liga-Team rekrutieren zu können. Zeitweise war sogar die Rede von einer 4. Mannschaft, welche die Durchgängigkeit zur 4. Liga komplettiert hätte.
Dieser Plan musste zumindest für die Vorrunde begraben werden; es fanden sich schlicht nicht genügend Trainer, Spieler (und zusätzliche Funktionäre), welche es zuliessen, in jeder Liga eine Mannschaft zu melden.
Um den Erfolg aber längerfristig sicherstellen zu können, sollten Talente von den Junioren über die Aktivteams an die Spitze herangeführt werden, und bei den Aktiven sollte jedes Handball spielende Mitglied die Möglichkeit haben, in einem Team zu spielen, das sowohl seinen handballerischen Fähigkeiten als auch seinem Trainingsbedürfnis entspricht.
Mit diesem Anspruch stossen wir aber fast jedes Jahr an die Grenzen des Machbaren. Weil jedes Team genügend Spieler aufweisen muss, die sich zum Team gehörend fühlen und sich auch so verhalten. Weil jedes Team von Trainern geführt werden muss, die ihr zusätzliches Engagement freiwillig machen. Weil jedes Team seinen Vereinspflichten nachkommen muss. Weil jedes Team Helfereinsätze und Funktionäre für den Spielbetrieb notwendig macht.
Um die Grenzen des Machbaren zu erweitern, hat der Vorstand an der Vereinsversammlung beantragt, die Möglichkeiten einer Fusion mit dem SV Lägern Handball zu prüfen. Der Antrag wurde angenommen.
Ein Mitglied hat dabei die eingangs erwähnte Frage gestellt. Ich persönlich habe grossen Respekt vor dieser Herkulesaufgabe und hoffe, dass es uns gelingen wird, sie so zu lösen, dass am Schluss die Handballer die Gewinner sind.
Daniel Hitz, Vorstandsmitglied STV Baden Handball
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